BIOGRAFISCHE NOTIZEN



Rudolf Epp wurde am 30. Juli 1834 in Eberbach am Neckar als Sohn des Tünchermeisters und Dekorationsmalers Johann Jakob Epp geboren. Epps Vorfahren stamnmten aus dem Allgäu, wo um 1470 erstmals ein Jörg Epp in Auerberg bei Bernbeuren urkundlich als Bauer in Steuerbüchern erwähnt wurde. 1714 übersiedelte ein Franz Epp nach Eberbach am Neckar.

Nachdem Rudolf Epp von Jugend an aus eigenem Antrieb zeichnete und sich künstlerisch betätigte, wurde er vom Landschaftsmaler Ludwig Seeger erstmals unterrichtet. Eine Ausbildung an der 1854 eröffneten Kunstschule in Karlsruhe unter Johann Wilhelm Schirmer und Ludwig des Coudres sowie ein Besuch der Kunstschule in Düsseldorf schloss sich an.

Auf Grund seiner offensichtlichen Begabung wurde Rudolf Epp durch Großherzog Friedrich I. von Baden vom Militärdienst beurlaubt. Ein Großherzoglicher Auftrag sowie zusätzliche finanzielle Mittel ermöglichten Epp eine Studienreise in den Schwarzwald. Um 1859 fertigte er in der Gegend um Freiburg und Landstuhl zahlreiche Landschaftsstudien.

1863 übersiedelte Rudolf Epp in die bayerische Hauptstadt, die als Zentrum der Kunst galt. Hier faszinierte ihn vor allem die Persönlichkeit Pilotys, der von 1874-1886 Direktor der Akademie werden sollte. 1867 Heirat mit Katharina (geb. Steibl). In München konnte sich Epp bald einen guten Ruf als gefragter Maler erwerben.

Am 16. Oktober 1868 wird der Sohn Franz (späterer Ritter von Epp) geboren. 1870 Geburt der Tochter Helene. 1871 Geburt der zweiten Tochter Augusta Anna, die bis zum Tode Epps unverheiratet blieb und in der elterlichen Wohnung lebte. Augusta Anna diente Rudolf Epp als Modell für verschiedene Porträts und figürliche Darstellungen.

Hauptbestandteil seines künstlerischen Werkes sind vor allem kleinere Genrestücke. Die feinen Gemütsstimmungen und die gekonnte Verbindung von fein kolorierter Landschaft und ungekünstelt natürlichen Figuren verleihen seinen Gemälden eine besondere künstlerische Aussage. Die humorvollen Bildaussagen und die liebevoll ergänzenden Bilddetails fanden große Anerkennung in der Öffentlichkeit. Darüberhinaus entstanden eine Vielzahl von Portraits.

Epps Kunst blieb über sein gesamtes Schaffenswerk hinweg frisch und abwechslungsreich. Er war ein stetig suchender und in seiner Entwicklung fortschreitender Kleinmeister, der nicht in künstlerischer Routine erstarrte, wie es oft bei erfolgreichen Malern der Fall ist. Seine Motive erfreuten sich nicht nur in der Heimat, sondern auch in Amerika großer Beliebtheit und wurden in Illustrierten und als Postkarten publiziert.

Rudolf Epp verstarb am 8. August 1910 in München. Sein Nachlass wurde am 2. April 1914 bei Hugo Helbing in München versteigert.